Treffliche,

dass verletzlich, dass eine Frau aus Fleisch
und Blut du bist, striembar, hingegeben
und Erde, wo ich Himmel in dir sah,
vermochte ich, betört von dir, nicht gleich
zu fassen. Wie aus einem andren Leben
schienst du mir, als würden nah
von meinem die Karten neu gegeben.

Dass die Trümpfe, die du am Körper hieltest,
ich später mit der Peitsche auf dir decken würde,
ich dachte nicht mal dran, als du wie eine Licht-
figur aus Projektion und Ferne, als zieltest
du auf nichts und trügest keine Bürde,
mir schienst, dem Schweren, wie ein Traumgesicht.
Zum Übersteigen dient der Lust die Hürde.

Dass deine Eleganz, Noblesse und Stimme
sich unterwerfen würden, mich zu schmücken,
zu ehren einen Mann, dem soviel Demut nicht gebührt,
nicht laut zu wünschen hätt ich mich getraut, schmerzschlimme
Dinge dir, wie du’s begehrest, anzutun. Berücken
wird mich immer neu, wie mich dein Hinknien hebt und rührt,
wie mich dein Ach und Weh und Gier beglücken.

Dass meine Herrschaft über dich nur Dienst tat,
die Statue in dir herauszumeißeln, mit Hieben
deine Schönheit dir zu zeichnen auf die Haut,
in deine Sicht auf dich, ich tu’s. Du schienst grad
stratosphärisch mir und liegst vor mir im Staub. Lieben
würd ich dich nicht wagen und liebe dich doch laut
und schäl willfährig die Idee aus deinen Trieben.

Dass, wenn du gefesselt und selbst wenn du hängest,
dir Haltung und Anmut neu eingefleischt werden,
ist, weil du bist, die du bist und bist, was ich mache.
Und wie, wenn ich stoße dich, du dich drängest
vor’m Abgrund mit deinem Leib an mich – wie sehr denn,
wie sehr bist du mir Person dann und bist meine Sache,
mir anvertraut und ausgeliefert hier auf Erden.