Archive for January, 2012

Wunschkonzert

Du warst so lieb, lass dich belohnen
mit zwei, drei kleinen Perversionen.

Sag an, willst du gern endlos kuscheln
und mir Diminutive tuscheln?
Vielleicht soll ich dich so bestreicheln,
dass Gesten mehr als Worte schmeicheln,
und dir sanft wie ein Blümchen nicken,
bis schicklich Bienchen uns beglicken?

Hast du’s gern wie vom Missionare?
Was treiben sonst denn so die Paare?
Ah ja, da fällt mir ein: a tergo!
Ich bin nicht faul, mein Vöglein*, ergo
mach ich auch willig Soixante Neufe,
denn gern ich mich an dir besöffe.

Ich hab hier auch aus rosa Plüsche
paar Handschellen! Sensibel drüsche
ich auf dich ein mit meinem Schmeichel-
doch neunschwänzigem Lederpeitschel
und klatschte dir den Allerwerten
jungfräulich blassen Unversehrten.

Nun sprich, wie ich’s hierinnen find!
Sind’s gute Kind, sind’s böse Kind ? **

* Clemens Brentano
** Theodor Storm

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Seit dir

Aus den Titeln am Zeitungsstand
Setzt sich dein Name zusammen
Einzelne Züge von dir auf Bildern

Der Lärm der fernen Straße
Schwillt an, schwillt ab
Wie unser Pulsschlag

Am Flussufer, unter der Eisenbahnbrücke
Wirft der Junge einen Stein
Ich höre dich aufs Wasser schlagen

Das Grün ist grüner
Seitdem ich mit dir
Durch Wiesen ging.

Im Stau hupen Autos
Flink bemächtigt sich die Elster
Des Fallengelassenen

Jedes Summen des Handys
Jedes Tönen von Sirenen
bist du

Nicht, dass
Regentropfen
mich erschlagen

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künftig

künfig

kannst Du auf mich bauen und zählen,
du kennst mich in trugloser Nacktheit.
Was macht da schon unsre Vertracktheit,
grad drum kannst du schauen und wählen.

Ich bleib dir für immer gewogen,
ich heb mich dir auf und werd da sein,
und prüfst du mich, werde ich Ja schrein,
ich habe dich niemals betrogen.

Hast du einen Albtraum, dann ruf mich,
ich komm und nehm dich in die Arme,
bis deiner der Schlaf sich erbarme.
Du bist, wie du bist – wie du schufst dich.

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Disziplinlos

Disziplinlos

Reiß dich nur ja nicht zusammen
Gib dich mir her und sehr.
Der Liebeskampf zählt keine Schrammen,
Gieß in die blassblauen Flammen
Öl und die Seele und mehr.

Löse die Bänder des Herzens
Brich deine Achse entzwei
Du sein geht nicht ohne Schmerzen
Spring in Oktaven statt Terzen
Laut sing die Melodei.

Lebe dich groß und lebendig
Gib dich nur auf und sieh zu
Wie Du im Nu und inständig
Inniglich und unbändig
Wünschst so zu sein wie halt du

Denn:
Wir sind nicht des Fleisches Bewohner
Vielmehr sind wir selber das Fleisch
Ich bin dem du bist der Belohner
Du brauchst keinen Bildschirmschoner
Dir zeichnet nichts Trübes was weich

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