Archive for October, 2011

Schaukeln

Widele, wedele, hinterm Städele
Hält der Bettelmann Hochzeit.

aus des Knaben Wunderhorn

 

Schaukeln

 

Wir sind auf gleicher Höhe,

ich steh, du sitzt und schwingst.

Es freut mich, was ich sehe:

Du glänzt? Ja allerdings.

 

Die Hände sind viel freier,

als sie‘s im Bette sind.

Ich spiel dich wie die Leier

mal hart und mal gelind.

 

Du kommst mir sehr entgegen,

mein Tun ist fast ein Ruhn,

die Schaukel ist ein Segen

und geil und opportun.

 

Ich halt dich an den Seilen,

wenn dich der Schwung entfernt,

du kannst mir nicht enteilen,

ich bin dir eingekernt.

 

Im Winkel unsres Hierseins

sind wir uns näher nah,

dem Drange unsres Tierseins

entfährt gestöhnt ein aah.

 

Wir sind so Tier wie kunstvoll,

du schaukelst akkurat.

Es ist dir meine Brunst hold

wie Text und Replikat.

 

Was sich uns traut vermittelt,

sind du und ich und wir,

und blieb auch unbetitelt

des Höhepunkts Delier.

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Die Fesselstange

Die Fesselstange

Sag mir, vor der Fesselstange
zwischen deinen Beinen
bist du nicht mehr länger bange?
Ei, das will ich meinen.

Einst beklagtest du das starre,
leblos Teil als ungeil,
warte, sagte ich, und harre
bis es dir wird wohlfeil,

deine Beine hochzuhalten,
während ich dich ficke.
Freier kann ich mich entfalten,
da ich nun erquicke

mit zwei Händen deine Leiblich-
keit und deine Brüste,
und das, wo so unbeschreiblich
weiblich deine Lüste.

Jetzt liegst vor mir auf dem Tische
du mir schwanzgerechte,
und mit aufgespreizter Ische,
brauchst im heiß Gefechte

du die Beine nicht mehr heben,
lässt sie einfach hängen,
über meinen Schultern schweben,
ohn‘ dich anzustrengen.

Freier können wir jetzt ficken!
An der Stang im Rücken
rhythmisch deine Fesseln klicken,
bis ich vor Entzücken

mich zu dir hinunterbeuge,
hoch dich haltend, und
mit dem Mund dein fein Gesäuge
leck dir prall und rund.

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Heb Dich, Liebe, über mein Gesicht

Heb Dich, Liebe, über mein Gesicht

Auf den Rücken lege mich,
stützte hoch ein wenig meinen Kopf,
sieh mich an und grätsche dich
über mein Gesicht. Fass mich am Schopf
und lass dich langsam auf mir nieder.

Erst so rum, dass dir mein Haar
fortsetzt unten das, das dir dort wächst.
Sieh dich an im Spiegel. Offenbar
dich und dir den Leib, den schön du reckst,
und meine Hände sind dir Mieder,

während du nach dein Begehr
drückst den Leibesspalt auf meinen Mund,
reibst dich wie du willst – und sehr.
Dreh dich um. Erstick mit dir mich und
betrachte meine zuckend Glieder.

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