Das große Egalsein

Treffliche

Treffliche,

dass verletzlich, dass eine Frau aus Fleisch
und Blut du bist, striembar, hingegeben
und Erde, wo ich Himmel in dir sah,
vermochte ich, betört von dir, nicht gleich
zu fassen. Wie aus einem andren Leben
schienst du mir, als würden nah
von meinem die Karten neu gegeben.

Dass die Trümpfe, die du am Körper hieltest,
ich später mit der Peitsche auf dir decken würde,
ich dachte nicht mal dran, als du wie eine Licht-
figur aus Projektion und Ferne, als zieltest
du auf nichts und trügest keine Bürde,
mir schienst, dem Schweren, wie ein Traumgesicht.
Zum Übersteigen dient der Lust die Hürde.

Dass deine Eleganz, Noblesse und Stimme
sich unterwerfen würden, mich zu schmücken,
zu ehren einen Mann, dem soviel Demut nicht gebührt,
nicht laut zu wünschen hätt ich mich getraut, schmerzschlimme
Dinge dir, wie du’s begehrest, anzutun. Berücken
wird mich immer neu, wie mich dein Hinknien hebt und rührt,
wie mich dein Ach und Weh und Gier beglücken.

Dass meine Herrschaft über dich nur Dienst tat,
die Statue in dir herauszumeißeln, mit Hieben
deine Schönheit dir zu zeichnen auf die Haut,
in deine Sicht auf dich, ich tu’s. Du schienst grad
stratosphärisch mir und liegst vor mir im Staub. Lieben
würd ich dich nicht wagen und liebe dich doch laut
und schäl willfährig die Idee aus deinen Trieben.

Dass, wenn du gefesselt und selbst wenn du hängest,
dir Haltung und Anmut neu eingefleischt werden,
ist, weil du bist, die du bist und bist, was ich mache.
Und wie, wenn ich stoße dich, du dich drängest
vor’m Abgrund mit deinem Leib an mich – wie sehr denn,
wie sehr bist du mir Person dann und bist meine Sache,
mir anvertraut und ausgeliefert hier auf Erden.

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Wunschkonzert

Du warst so lieb, lass dich belohnen
mit zwei, drei kleinen Perversionen.

Sag an, willst du gern endlos kuscheln
und mir Diminutive tuscheln?
Vielleicht soll ich dich so bestreicheln,
dass Gesten mehr als Worte schmeicheln,
und dir sanft wie ein Blümchen nicken,
bis schicklich Bienchen uns beglicken?

Hast du’s gern wie vom Missionare?
Was treiben sonst denn so die Paare?
Ah ja, da fällt mir ein: a tergo!
Ich bin nicht faul, mein Vöglein*, ergo
mach ich auch willig Soixante Neufe,
denn gern ich mich an dir besöffe.

Ich hab hier auch aus rosa Plüsche
paar Handschellen! Sensibel drüsche
ich auf dich ein mit meinem Schmeichel-
doch neunschwänzigem Lederpeitschel
und klatschte dir den Allerwerten
jungfräulich blassen Unversehrten.

Nun sprich, wie ich’s hierinnen find!
Sind’s gute Kind, sind’s böse Kind ? **

* Clemens Brentano
** Theodor Storm

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Die Fesselstange

Die Fesselstange

Sag mir, vor der Fesselstange
zwischen deinen Beinen
bist du nicht mehr länger bange?
Ei, das will ich meinen.

Einst beklagtest du das starre,
leblos Teil als ungeil,
warte, sagte ich, und harre
bis es dir wird wohlfeil,

deine Beine hochzuhalten,
während ich dich ficke.
Freier kann ich mich entfalten,
da ich nun erquicke

mit zwei Händen deine Leiblich-
keit und deine Brüste,
und das, wo so unbeschreiblich
weiblich deine Lüste.

Jetzt liegst vor mir auf dem Tische
du mir schwanzgerechte,
und mit aufgespreizter Ische,
brauchst im heiß Gefechte

du die Beine nicht mehr heben,
lässt sie einfach hängen,
über meinen Schultern schweben,
ohn‘ dich anzustrengen.

Freier können wir jetzt ficken!
An der Stang im Rücken
rhythmisch deine Fesseln klicken,
bis ich vor Entzücken

mich zu dir hinunterbeuge,
hoch dich haltend, und
mit dem Mund dein fein Gesäuge
leck dir prall und rund.

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Heb Dich, Liebe, über mein Gesicht

Heb Dich, Liebe, über mein Gesicht

Auf den Rücken lege mich,
stützte hoch ein wenig meinen Kopf,
sieh mich an und grätsche dich
über mein Gesicht. Fass mich am Schopf
und lass dich langsam auf mir nieder.

Erst so rum, dass dir mein Haar
fortsetzt unten das, das dir dort wächst.
Sieh dich an im Spiegel. Offenbar
dich und dir den Leib, den schön du reckst,
und meine Hände sind dir Mieder,

während du nach dein Begehr
drückst den Leibesspalt auf meinen Mund,
reibst dich wie du willst – und sehr.
Dreh dich um. Erstick mit dir mich und
betrachte meine zuckend Glieder.

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